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Standort Fensterbank

Die Vorfahren unserer Orchideen kommen aus vielen Teilen der Welt. Durch die Evolution haben sie sich an die unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen angepaßt. Nun sollen alle nebeneinander auf einer Fensterbank gedeihen. Wie das möglich ist, erfahren Sie hier.

Die Vorfahren unserer Orchideen kommen aus vielen Teilen der Welt: Phalaenopsis von den Philipinen, Cattleyas aus Südamerika, Vandas aus Indien und Cimbidien aus China. Manche leben in gleichmäßig feuchtwarmen Tropen, andere in hochgelegenen Nebelwäldern mit drastischen Temperaturschwankungen. Dann gibt es welche, die längere Trockenzeiten überbrücken müssen. Die einen stehen in der prallen Sonne, die anderen im schattigen Urwald. Jede Art ist an ihre Umgebung optimal angepasst. Und jetzt sollen alle zusammen in unseren Wohnzimmern auf der Fensterbank stehen und blühen. Wie soll das gehen?

Alle unter einen Hut

Zunächst einmal sind die hier erhältlichen Hybriden durch jahrzehntelange Zuchtauswahl schon recht gut an unsere Verhältnisse angepasst. Zusätzlich können Sie durch eine geschickte Auswahl der Sorten und ein paar Pflegetricks sehr gute Ergebnisse erzielen und sich viele Jahre an gesunden Pflanzen mit immer mehr Blüten erfreuen. Als erstes sollten Sie sich den Platz für Ihre Orchideen genau anschauen. Wie sind die Lichtverhältnisse? Zu welcher Himmelsrichtung zeigt das Fenster? Kann man schattieren?

Licht und Sonneneinstrahlung

Hier sehen Sie, welche Sorten für welches Fenster geeignet sind.

  • Südfenster:
    Cattleya, Vanda, Cimbidium, Laliocattleya, Ascocenda
  • Ost-/Westfenster:
    Phalaenopsis, Frauenschuh, Odontoglossum, Zygopetalum
  • Sehr helles Nordfenster:
    Phalaenopsis, Frauenschuh, Miltonia

Für alle Pflanzen gilt: Im Hochsommer müssen die empfindlichen Blätter vor direkter Sonneneinstrahlung über die Mittagszeit geschützt werden. Sie können die Rollos herunterlassen, etwas vor die Scheibe stellen oder die Pflanzen so hoch hängen, dass die Sonne ihr nichts anhaben kann.

Hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen

Tägliches Übersprühen tut Orchideen gut – nicht nur bei warmen Temperaturen im Sommer, auch gegen trockene Heizungsluft im Winter. Die Exoten fühlen sich bei 50%iger Luftfeuchte am wohlsten. Ein Trick, wie Sie die erreichen: Stellen sie mit Blähton oder Seramis gefüllte Schalen auf. Füllen Sie dann Wasser ein und platzieren Sie ihre Orchideen darauf. Achtung: nur soviel Wasser nehmen, dass die Oberfläche trocken ist, die Töpfe dürfen nicht im Nassen stehen, sonst faulen die Wurzeln.

Mit dieser Methode erreichen Sie ein angenehmes Raumklima – auch für Sie und Ihre Mitmenschen. Zusätzlich können Sie ihre Orchideen auch mit großblättrigen Begleitpflanzen kombinieren. Das sieht hübsch aus, und nicht nur die Orchideen sondern auch Sie profitieren von der ausgeschiedenen Luftfeuchtigkeit der anderen Pflanzen.

Platzangebot beachten

Berücksichtigen Sie bei der Auswahl auch Ihr Platzangebot. Ein Cimbidium passt nicht auf eine schmale Fensterbank, das steht besser vor einem bodentiefen Südfenster. Phalaenopsis amabilis Arten  werden sehr groß, einzelne Blätter können durchaus einen halben Meter lang werden. Entscheiden Sie sich lieber für eine kleinere Sorte. Aber Vorsicht vor den Miniorchideen: Die kleinen Töpfe trocknen sehr schnell aus. An heißen Tagen kann ein Wochenendtrip den Tod für die Kleinen bedeuten. Solche Kleinode hält man besser in einem Terrarium.

Tag/Nacht Temperaturunterschiede nutzen

Die meisten Orchideen sind dankbar, wenn sie ab Mai den Sommer im Freien verbringen dürfen. Anfangs stellen Sie alle in den Schatten, um die Pflanzen ans Sonnenlicht zu gewöhnen. Die empfindlichen wie Miltonia, Phalaenopsis oder Frauenschuh bleiben dort. Lichthungrige wie Cattleya, Cimbidium oder Vanda können nach einiger Zeit direkte Sonne vertragen und müssen nur über die Mittagszeit schattiert werden. Bitte schützen Sie ihre Sommerfrischler vor Schnecken, die eine exotische Beikost zu schätzen wissen.

Im August werden die Pflanzen wieder ins Haus gebracht. Nur die wechselwarmen Sorten bleiben noch den September oder sogar Oktober draußen, denn die kalten Nächte regen die Blütenbildung an. Warten Sie mit dem Einräumen aber nicht zu lange, denn Frost ist tödlich für die Exoten.

 

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von Anders Noren.

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