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Orchideen Substrat Erfahrungsbericht

In diesem Bericht teile ich meine Erfahrungen mit Spezial Substraten für Orchideen von Seramis, Aldi und Lechuza am Beispiel von Mini Phalaenopsis. Jetzt: Ergebnis nach zweieinhalb Monaten.

Orchideen Substrat Vergleich - die Testorchideen
Die vier Mini Phalaenopsis passten sogar in meine Handtasche

Eine Tasche voll Glück

Auslöser für diesen Artikel war ein echter Glücksfall: bei meinem Streifzug durch den OBI entdeckte ich auf dem Wagen mit aussortierten und runtergesetzten Pflanzen – unter Schnäppchenjägern auch gerne Sterberegal genannt – ein ganzes Rudel an Mini Phalaenopsis 🙂 Das Stück für sagenhafte 3,25 Euro! Ich untersuchte die Pflänzchen, wie ich es in meinem Artikel 3 Tipps zum Kauf beschrieben habe. Die Mini Phals brauchten dringend Wasser und mussten umgetopft werden, aber sonst war alles in Ordnung. Mein Budget reichte für vier Pflanzen, also suchte ich mir die schönsten aus.


Orchideen Substrat Vergleich - die Wurzeln derTestorchideen
Die Wurzeln der Mini Orchideen waren unterschiedlich stark ausgeprägt


Welches Orchideen Substrat ist das Beste?

Zuhause angekommen, stellte sich mir die Frage, in welches Substrat ich die Neuankömmlinge pflanzen soll. Ich hatte drei Substrate zur Auswahl.

Spezial Substrat für Orchideen von Seramis

Die Grobkörnigkeit kann man im Vergleich mit dem Teelöffel gut erkennenSeramis Ton-Granulat für Orchideen, Spezial-Substrat, 7 Liter

Meine Erfahrung mit Spezialsubstrat für Orchideen von Seramis

Seit vier Monaten experimentiere ich mit dem Spezialsubstrat für Orchideen aus dem Hause Seramis. Das ist für Orchideen noch gar nicht sooo lange, aber ein paar Ergebnisse kann ich schon jetzt mitteilen. Da ich über 30 Orchideen habe, kaufe ich immer den großen 7Liter Beutel, es gibt aber auch kleinere Verpackungseinheiten.

  • optisch besteht das Substrat vor allem aus groben Rinden- und Tonstücken. Der Hersteller sagt dazu 70% pflanzliche Stoffe aus der Forstwirtschaft und Rohton. Außerdem enthält es Kalium (120mg/l) und Magnesium (60mg/l) als Kalkdünger. Der PH-Wert wird mit 5,7 angegeben. Insgesamt wirkt der Pflanzstoff auf mich strukturstabil, als wenn es lange bräuchte, um zu verrotten.
  • nachdem ich inzwischen mehrere Beutel gekauft habe stelle ich fest, dass die Körnung nicht immer gleich ist. Ausgerechnet der aktuelle Beutel enthält sehr grobe Teile, was für große Orchideen sicher von Vorteil wäre, aber leider nicht für meine Mini Phalaenopsis
  • das Substrat ist sehr „staubig“ und sollte vor der Benutzung erst einmal gründlich durchgespült werden. Der „Staub“ entsteht wahrscheinlich durch Abrieb bei Lagerung und Transport in der Tüte. Ist nicht wirklich schlimm, sollte nur entfernt werden um die Kapilare der Wurzeln nicht zu verstopfen. Am Besten füllen Sie die benötigte Menge in ein Sieb und lassen ordentlich Wasser aus dem Hahn durchlaufen. Die abfließende braune Brühe spricht Bände.
  • das Substrat ist federleicht und nimmt in den ersten Wochen nur wenig Wasser auf. Damit der Orchideentopf besser steht legen Sie am besten noch einen Kieselstein oder ähnliches unten rein.
  • Neun von meinen zehn Orchideen, die ich inzwischen in dieses Substrat getopf habe, wachsen und gedeihen. Sie fühlen sich anscheinend wohl in dem luftigen Substrat und bilden schnell neue Wurzeln. Allerdings stehen sie auch recht locker. Wenn die Pflanze wenig Wurzeln hat, sollte sie unbedingt zur Stützung gestäbt werden.
  • Das beliebte Hochheben am Stiel funktioniert auch nicht mehr. Aber wer einmal die Orchidee in der Hand und das Substrat auf dem Teppich hatte, lernt das ganz schnell 😉 Je mehr sich das Substrat zersetzt, desto fester steht die Pflanze im Topf. Nur werden durch die Zersetzung Stoffe freigesetzt, die die Wurzel irgendwann verbrennen lassen – oder sie erstickt, wenn es sich zu sehr verdichtet. Bevor es dazu kommt, muss umgetopft werden.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Seramis Orchideen Substrat und kann es unter Beachtung der oben genannten Punkte weiterempfehlen.
Seramis Ton-Granulat für Orchideen, Spezial-Substrat, 7 Liter


Hydrokultur von Lechuza
Ich hoffe, die Pflanze erholt sich in der Hydrokultur

Jetzt wollen Sie wissen, was mit der zehnten Orchidee war?

Die zehnte Orchidee war auch eine Mini Phalaenopsis wie oben beschrieben. Sie war in reines Spaghnum (spezielles Moos) gepflanzt. Ich befürchtete, dass es zu feucht ist auf Dauer und die Wurzeln faulen könnten. Darum topfte ich sie in Seramis Ton-Granulat für Orchideen, Spezial-Substrat, 7 Liter. Doch der Umstieg von sehr feucht zu sehr trocken ist ihr nicht gut bekommen. Obwohl ich eine Charge mit feineren Stücken erwischte, speicherte das Substrat nicht genug Wasser. Der wöchentliche Badetag war wohl zu wenig für meine Mini Phal: das Wasser lief einfach durch, trocknete ab und meine kleine Orchidee litt Durst. Ich bemerkte es leider erst, als ihre Blätter knittrig wurden. Nun sitzt sie in Lechuza-PON und versucht, sich zu erholen. Lesen Sie dazu auch den Produkttest Nr. 2 Mini-Deltini von Lechuza.

Ursprünglich wollte ich die vier neuen Minis auch in Seramis Substrat eintopfen und nahm mir vor, sie anfangs alle zwei Tage zu gießen. Doch als ich den neuen Beutel öffnete und die immens groben Stücke sah zweifelte ich an meinem Vorhaben. Ich versuchte es mit der ersten Pflanze, doch bekam ich das Substrat kaum zwischen die Wurzeln in den 6-Zentimeter-Topf. Da fiel mir ein, dass ich ja noch ein weiteres Substrat vorrätig habe.


Orchideen Substrat Vergleich - grobe Kokosfasern
Das Kokosfaser Substrat von Aldi nach dem Aufquellen

Meine Erfahrung mit Orchideen-Erde von Gardenline (ALDI)

Die Orchideen-Erde (seltsamer Name) grobe Mischung von Aldi ist laut Verpackungsangabe biologisch, torffrei und besteht zu 99,8 % aus Kokosfasern. Der PH-Wert wird mit 5,6 angegeben. Man kauft ein handliches 400 Gramm Paket und erhält 5 Liter Substrat, wenn man die Fasern mit 1,5 Liter Wasser aufquellen läßt. Da die Fasern in einem Beutel geliefert werden, der selbständig steht und groß genug ist, kann man das Wasser dort direkt hineingießen. Das ist eine saubere Sache und macht Spaß. Nach fünf Minuten Quellzeit ist das Substrat fertig. Doch nach anfänglicher Begeisterung ist die Enttäuschung groß:

  • das fertige Substrat ist wirklich sehr grob: ich finde darin Teile mit zehn Zentimeter Länge! Ich weiß gar nicht, wie ich das zwischen die Wurzeln und in den kleinen Topf bekommen soll
  • außerdem wirkt das Substrat auf mich sehr verdichtet, da bleibt nicht viel Luft zwischen den Wurzeln
  • allerdings scheint es Wasser gut zu speichern

Ich teile mir eine Portion ab und sortiere die groben Teile aus. Dann versuche ich, die Mini Phalaenopsis damit zu topfen. Ich fummel die Fasern zwischen die Wurzeln und stopfe alles in den Topf. Dabei habe ich Sorge, die Wurzeln zu verletzen. Wie soll denn das mit zartwurzeligen Orchideen wie zum Beispiel Oncidien gelingen? Auf der Verpackung sind zwar ausschließlich Bilder von Phalaenopsis zu sehen, aber geschrieben steht ganz allgemein: Orchideen-Erde. Da gehe ich davon aus, dass sich das Substrat für ALLE Orchideen eignet.


Orchideen Substrat Vergleich - die Mischung macht´s
Die Mischung macht´s – Gardenline und Seramis

Die zweite Orchidee ist getopft. Aber so ganz ideal finde ich es nicht. Ich beschließe, die beiden Substrate miteinander zu vermischen. Ich teile mir von beiden eine Portion ab und sortiere die groben Stücke aus. Dann mische ich beide im Verhältnis 1:1. Das ergebnis erscheint mir vielversprechend: ein luftige Substrat, das trotzdem viel Wasser speichern kann. Durch das Aussortieren der gröbsten Teile läßt es sich ganz gut zwischen den Wurzeln und im Topf verteilen. So topfe ich die beiden letzten Orchideen. Bin gespannt, wie die sich darin machen.

Leider gehört die Orchideen-Erde nicht zum ständigen Angebot von Aldi. Doch was für eine Schweinerei in meiner Küche: überall liegen Krümmel von den beiden Substraten herum! Eine sehr ähnliche, bereits fertige Mischung wird hier angeboten:
Orchideenerde, Orchideensubstrat, Phalaenopsiserde, hochwertige Spezialmischung 5L


Orchideen Substrate Test - hier Pon von Lechuza
Rieselfähiges Substrat: PON aus dem Hause Lechuza

Meine Erfahrung mit PON von Lechuza

Sehnsüchtig denke ich an den LECHUZA „MINI-DELTINI Tischgefäße“ Pflanzgefäß mit Erd-Bewässerungs-System, Weiß, 10 x 10 x 13 cm zurück, den ich vor ein paar Tagen verwendet habe. Da war das Eintopfen kinderleicht und eine saubere Sache: Ich hielt mit der linken Hand die Orchidee in den leeren Topf. Mit der rechten ließ ich das Substrat direkt in den Topf rieseln. Gleichmäßig verteilte es sich um die Wurzeln herum. Ein Traum – und die Küche blieb sauber. Meine Mini Phal steht seit drei Tagen darin und sieht gut aus – aber das heißt noch nichts.

Was sagen andere

Habe mich in verschiedenen Orchideen-Foren umgesehen. Die Meinungen zu Pon gehen weit auseinander. Eine Forumteilnehmerin schreibt, es funktioniere nicht, die Wurzeln würden mit der Zeit abfaulen. Ein anderer Teilnehmer dagegen behauptet, er kultiviere eine Phalaenopsis bereits seit 5 Jahren erfolgreich in Pon. Allerdings müsse man zuerst gründlich die Salze aus dem Lechuza-Substrat waschen und natürlich die vom Hersteller empfohlene Trockenzeiten (bis zu einer Woche) zwischen den Wassergaben einhalten. Er hatte auch ein Foto von der Pflanze gepostet. Wenn er es erlaubt, stelle ich das Bild hier ebenfalls rein (warte noch auf Antwort).


Preisvergleich der Orchideen-Substrate

Die erste Voraussetzung für einen Substrat-Kauf ist natürlich immer, dass sich Orchideen darin wohlfühlen, und dies mit Wachstum und üppigen Blüten zeigen. Und dann kommt es noch auf die eigene Bequemlichkeit an: Bin ich bereit, mehr Arbeitsaufwand wie Aussortieren, Zerkleinern, Mischen und Saubermachen in Kauf zu nehmen oder möchte ich es einfach und sauber. Danach kann man auf den Preis schauen.

Die Orchideen-Erde vom Aldi kostete 3,50 Euro und brachte 5 Liter Substrat. Das entspricht sensationelle 70 Cent pro Liter. Seramis kostet im 7 Liter Beutel etwa 9,95 Euro, also etwa 1,42 Cent pro Liter. Pon habe ich für 7,33 Euro im 6 Liter Beutel gefunden, das entspricht etwa 1,22 Cent pro Liter. Allerdings wechseln die Preise im Internet andauernd.


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Ergebnis Substrate-Test nach zweieinhalb Monaten

Mini Phalaenopsis in verschiedenen Substraten
Nach 10 Wochen immer noch top

Wie Sie sehen können, geht es allen Orchideen gut. Unten im Bild sehen Sie drei der Neuzugänge aus dem obersten Bild. Die vierte hatte ich verschenkt. Die drei haben jeweils ein besonderes Substrat: Eine steht in purem Seramis Orchideensubstrat, eine in purem Kokosfaser-Substrat aus dem Aldi und die dritte in einem Gemisch von beidem. Die in Seramis musste ich die ersten Wochen deutlich häufiger gießen, das Substrat speicherte einfach nicht so viel Feuchtigkeit. Inzwischen hat sich das gegeben. Alle drei scheinen sich wohl zu fühlen und tragen noch Blüten. Mir persönlich gefällt das gemischte Substrat am besten: es hält gut die Feuchtigkeit und füllt den ganzen Topf aus. Das reine Kokosfasergemisch hält ebenfalls gut die Feuchtigkeit, wirkt aber klumpig. Für ein gesundes Wurzelwachstum ist es vielleicht einfach zu dicht.

Oben links sehen Sie die Orchidee, die seit drei Monaten in Lechuza PON steht. Sie hat sich gut erholt und entwickelt sich prächtig: inzwischen hat sie mehrere Wurzeln gebildet und ein neues Blatt geschoben. Weil ich davon so begeistert bin, habe ich eine weitere Phalaenopsis in einen LECHUZA „MINI-DELTINI Tischgefäße“ Pflanzgefäß mit Erd-Bewässerungs-System, Weiß, 10 x 10 x 13 cmgepflanzt. Sie blüht bereits seit über zwei Monaten.


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Ein Kommentar zu „Orchideen Substrat Erfahrungsbericht

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von Anders Noren.

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