Im Januar 2019 erhielt ich eine Flasche mit Phalaenopsis mariae x hieroglyphica Sämlingen. Da es sich um eine Kreuzung von zwei Naturformen handelt, nennt man die Nachkömmlinge Primärhybriden. Die Sämlinge werden zu unterschiedlichen Teilen die Eigenschaften ihrer Eltern erben. Darum macht es Sinn, sich zuerst einmal mit den elterlichen Naturformen auseinanderzusetzen.

Orchideen in der Flasche
So kamen die Sämlinge im Januar 2019 mit der Post zu mir

Phalaenopsis mariae

Die Phalaenopsis mariae kommt ursprünglich in den feuchten Wäldern der Philippinen und auf Borneo vor, wo sie 1878 vom damaligen Direktor des botanischen Gartens in Dublin entdeckt wurde. Frederick William Thomas Burbridge war für den Orchideenhändler Veitch & Sons im Sulu-Archipel unterwegs, brachte die Phalaenopsis mariae mit, benannte sie nach seiner Ehefrau Maria Burbridge und beschrieb sie 1878 für die Wissenschaft.

Phalaenopsis mariae x hieroglyphica / Foto: ipernity - neira-Dan
Phalaenopsis mariae x hieroglyphica / Foto: ipernity – neira-Dan

Verwechslung mit Phalaenopsis bastianii

Die beiden Arten Phal. mariae und bastianii sind sich so ähnlich, dass es immer wieder zu Verwechslungen kommt: So entdeckte man die Phal. bastianii auch erst 1980, als man in Europa eine Ladung Phal. mariae erwartete. Die Unterscheidungsmerkmale zwischen Phalaenopsis bastianii und mariae habe ich in einem anderen Artikel bereits beschrieben. Der wohl größte Unterschied liegt im Duft der Blüten: Phalaenopsis mariae soll stark nach Mandarinen duften – ich hoffe, dass sie diese Eigenschaft an meine Sämlinge weitervererbt hat 😊

Phalaenopsis mariae x hieroglyphica
Einzelne Blüte von Phalaenopsis mariae x hieroglyphica / Foto: ipernity: neira-Dan

Haltung und Pflege von Phalaenopsis mariae

Allgemein wird die Haltung von Phalaenopsis mariae als unkompliziert beschrieben: Sie mag es eher dunkel – also gerne an ein helles Nordfenster stellen. Angeblich bringt sie mehr Blüten, wenn sie dunkler steht – was aber nicht heißt, dass sie gar kein Licht braucht. Außerdem gilt sie als sehr durstig: das Substrat sollte niemals ganz austrocknen. Ihre Blütezeit liegt im Spätsommer/Herbst. Bitte niemals die Blütenrispen abschneiden, da sie immer wieder neue Blüten daran hervorbringt.

Phalaenopsis hieroglyphica

Die Phalaenopsis hieroglyphica wird mit einer Blattlänge von ca. 13 Zentimetern als relativ klein beschrieben. Dafür nimmt sich ihre Blüte mit fast 6 Zentimeter Durchmesser recht groß aus. Auch diese Orchidee stammt ursprünglich von den Philippinen – Kreuzungen zwischen Phalaenopsis hieroglyphica und mariae in freier Wildbahn sind also denkbar.

Erstmalig beschrieben wurde die Phalaenopsis hieroglyphica 1867 von Heinrich Gustav Reichenbach, der sie allerdings als eine Varietät der Phalaenopsis lueddemanniana bezeichnete. Ihre Namen erhielt sie aufgrund ihrer hieroglyphenartigen Zeichnung auf den Blütenblättern.

Phalaenopsis mariae x hieroglyphica
Das sind Bilder der Eltern meiner Sämlinge – sie klebten auf der Flasche

Spannende Kreuzung

Mit Phalaenopsis mariae x hieroglyphica habe ich eine echt interessante Kreuzung auf der Fensterbank. Bin jetzt schon gespannt, welche Eigenschaften die kleinen Orchideen entwickeln werden. Ich hoffe, dass sie den Duft der Mariae bekommen und von der Hieroglyphica die tolle Zeichnung sowie den fensterbankfreundlichen Kompaktwuchs.

Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg: zuerst muss ich die Kleinen aus der Flasche befreien und in Töpfe setzen. Und dann heißt es warten, warten, warten… :-

Orchideen Jungpflanzen kaufen
Meine Jungpflanzensammlung im Sommer 2018

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