Spätestens im Mai verblühen auch die letzten frühjahrsblühenden Tibetorchideen und Du fragst Dich, was man mit den Pleionen nach der Blüte macht. Jetzt beginnt für die Pflanzen die wichtigste Zeit und Du erfährst in diesem Artikel alles, was Du wissen musst, damit deine Pleionen genug Kräfte sammeln können für die nächste Saison.

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Pleionen nach der Blüte
Aus den Blütenstängeln wächst später jeweils ein Blatt - Pleione Wharfedale "Pine Warbler"

1. Blütenstängel nicht abschneiden

Unbedingt beachten: bei Pleionen nach der Blüte die Stängel nicht abschneiden! Die verwelkten Blüten fallen von allein ab und können aufgesammelt werden. Der ehemalige Blütenstängel wächst weiter und bildet nach oben hin ein Blatt. Nach unten treibt er Wurzeln, die sich ihren Weg durchs Substrat suchen.

2. Pleionen nach der Blüte vorsichtig gießen

Jetzt erst beginnen wir mit dem Gießen, wobei die Wassermenge an die Blattentwicklung angepasst wird. Die Idee an den vorerst sparsamen Gießgaben ist, dass die Wurzeln „hungrig“ werden sollen und sich auf der Suche nach Wasser und Nahrung verstärkt ausbreiten. Eine Faustregel besagt: je größer das Blatt ist, desto mehr Wurzeln sind vorhanden und desto kräftiger wird am Ende die Pflanze. Wenn das Blatt also eine gewisse Größe erreicht hat, darf die Pleione täglich nass werden – vorausgesetzt, es entsteht keine Staunässe.

Pleionen nach der Blüte
Hier sieht man die ersten Blätter im Frühsommer

3. Pleionen nach der Blüte rausstellen

In dem Zusammenhang macht es Sinn, die Pleionen nach der Blüte an die frische Luft zu stellen, wo sie auch Regen abbekommen. Das mögen sie sehr gern und tut ihrer weiteren Entwicklung gut. Egal, ob auf Balkon, Terrasse oder im Garten – wichtig ist es, dass sie ein schattiges, kühles Plätzchen bekommen. Morgensonne ist vorteilhaft, aber ab dem späten Vormittag sollten sie im Schatten stehen.

4. Pleionen düngen

Wer seine Pleionen jedes Jahr in frisches Substrat setzt, braucht meiner Erfahrung nach nicht zu düngen. Aber das muss jeder Grower selbst entscheiden. Wer seine Pleionen in sehr magerem Substrat hält oder sie mehrere Jahre in demselben Topf lässt, sollte etwas für die Nährstoffversorgung tun. Dazu nimmt man einen handelsüblichen Orchideendünger und mischt ihn sehr dünn an: ich habe mal im Netz die Empfehlung von ¼ der angegebenen Menge gelesen.

Ich nehme gerne diesen Orchideendünger, denn er hat sich auch bei meinen anderen Orchideen bewährt. Ich finde ihn sparsam, ergiebig und seine Ergebnisse können sich sehen lassen.

Wenn Du Erfahrungen mit anderen Düngern gemacht hast, lass doch gerne alle daran über die Kommentarfunktion teilhaben.

Pleionen nach der Blüte
Dieselben Pleionen im Spätsommer: die Blätter sind jetzt groß und dunkelgrün. Bald werden Sie braun und fallen ab.

5. Wachstum und Vermehrung

Gegen Ende des Sommers wirst Du feststellen, dass sich das untere Ende der Blattstängel verdickt und sich hier ein oder sogar mehrere Bulben entwickeln. Für jedes Blatt, dass Du siehst, kannst Du mit mindestens einem Bulben rechnen. Der alte Bulbe, den Du im Winter gepflanzt hattest, schrumpft dagegen und wird immer weniger, bis er ganz matschig ist. Das ist normal.

Manchmal bilden sich oben auf den alten Bulben noch ganz kleine „Brutzwiebeln“, die der Fachmann Bulbillen nennt. Diese kannst Du im Herbst abnehmen und in der nächsten Saison ebenfalls pflanzen.

Die Pleione-Sorten verhalten sich in der Vermehrung ganz unterschiedlich: Während manche Sorten eher eine Ein-Kind-Politik betreiben, bilden andere bereits in einer Saison eine kinderreiche Familie, die nach dem nächsten Sommer die Ausmaße einer Großfamilie erreicht. Typische Vertreter der Schnellvermehrer sind: Tongariro, Barcena oder formosana.

6. Pleionen einziehen lassen

Ab Oktober, wenn die Nächte deutlich kälter werden, fangen die Blätter der Pleionen an braun zu werden. Sie haben den ganzen Sommer über Kraft getankt und speichern nun ihre Nährstoffe in den Bulben. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Pleionen ins Trockene zu holen und das Gießen langsam einzustellen. Am besten zieht man die Töpfe unter ein Vordach oder ähnliches. Sind die Erdorchideen  dagegen ausgepflanzt (manche machen das), benötigen sie einen Regenschutz.

Im November sollten dann alle Blätter abgefallen und das Substrat komplett abgetrocknet sein. Die Bulben befinden sich in der Ruhepause und es wird Zeit, sie in ihr Winterlager zu überführen.

Wie Du Deine Pleionen fertig machst fürs Winterlager und sie sicher durch die Ruhezeit bringst, erfährst Du demnächst in meinem Artikel: Pleionen überwintern. (erscheint bald)

In diesem Artikel erfährst Du, wie man Pleionen richtig pflanzt: Pleionen pflanzen – Tipps und Anleitung.

Wenn Du allgemein mehr über Pleionen erfahren willst, dann lese auch den Artikel: Pleionen – Pflege, Haltung, Kaufen.

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