Vanda richtig pflegen

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Vanda bringt meiner Meinung nach eine der schönsten Blüten im Orchideenreich hervor. Singapur hat sogar  die Hybride – Miss Joaquim – zur Nationalblume erklärt. Vandas – manche sagen auch Vandeen – sind deutlich teurer als zum Beispiel die beliebten Phalaenopsis, weil sie hier in Europa so gut wie gar nicht kommerziell gezüchtet werden. Viele Pflanzen werden importiert, meistens aus Thailand. Damit sich eine Vanda hier bei uns wohl fühlt, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Eine Vanda richtig pflegen ist aber gar nicht so schwer. Hier erfährst Du, wie es geht. Mit Video.

Vanda-Hybriden und Naturformen

Vanda richtig pflegen - dann blüht sie auch so schön
Vanda – eine der schönsten Blüten im Orchideenreich

Die Vanda, wie wir sie heute aus dem Handel kennen, ist ein Zuchtprodukt aus verschiedenen Naturformen und verwandten Arten wie beispielsweise Ascocentrum oder Aeridis. Die jahrzehntelange Auswahl hat unsere heutigen farbenfrohen und recht blühwilligen Hybriden hervorgebracht. Leider haben die meisten dabei ihren Duft verloren. Wer schon etwas Erfahrung hat, kann sich auch an die etwas heiklere Kultur von Naturformen heranwagen. Doch diese wachsen deutlich langsamer und blühen auch später als die Hybriden – manche erst nach 20 Jahren!

Die Rispe der wärmeliebenden Vanda wächst in einer lockeren Traube von drei bis 15 Blüten, die einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimetern erreichen können. Es gibt sie in fast allen Farben: Blau, Violett, Pink, Gelb und Orange. Einige sind uni, andere gefleckt oder wie von einem dunklen Netz überzogen.


Wie lange blüht meine Vanda?

Rotbraun gepunktete Blüten einer Vanda
Rotbraun gepunktete Blüten einer Vanda

Die Hauptblütezeit der Vanda liegt im Frühjahr und Herbst, doch gerade die Hybriden können das ganze Jahr über erblühen. Die Pracht hält etwa 6 Wochen an, wenn die Pflanze mehrere Rispen gebildet hat, sogar länger.

Um Knospen zu bilden muss sich die Vanda rundherum wohl fühlen. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Viel Licht
  • Hohe Luftzirkulation
  • Ausreichende Nährstoffversorgung
  • Nächtliche Temperaturabsenkung

Vandas brauchen  sehr viel Licht und sind deshalb am besten an einem Südfenster aufgehoben. Den Sommer verbringen sie gerne draußen. Natürlich müssen sie erst an das pure Sonnenlicht gewöhnt werden, dann vertragen sie aber auch die Mittagssonne (Vorsicht an ganz heißen Tagen).


Warum blüht meine Vanda nicht?

Das ist eine Frage, die sich viele Orchideen-Liebhaber stellen. Oft wachsen die Pflanzen munter vor sich hin, nur blühen wollen sie nicht. Das Geheimnis einer schönen Blüte ist, alle Ansprüche der Vanda zu erfüllen. Der Rest ist Geduld. Sollte sie gesund aussehen, aber seit einem Jahr nicht mehr geblüht haben, dann sieh Dir die vier Punkte weiter oben noch einmal ganz genau an. Die Temperaturabsenkung nachts sowie die frische Luft tragen viel zur Blütenbildung bei. Vandas haben keine Bulben und deshalb auch keine Ruhephase. Sie erhalten ganzjährig regelmäßige Düngergaben um sie mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

Wer diese vier Punkte und die Hinweise für Kultur und Gießen  beachtet, sollte bald mit neuen Knospen und prächtigen Blüten belohnt werden.

Eine Vanda richtig pflegen ist eine Frage der Kulturform

Die langen dicken Wurzeln der Vandas sind nicht leicht zu bändigen. Vielleicht ist das der Grund, warum gerade bei dieser Orchidee immer wieder neue Kulturformen ausprobiert werden. Ich zeige hier die vielversprechendsten.

Frei hängend

Vanda richtig pflegen: Silbergraue Wurzeln
Kräftige Wurzeln einer frei hängend kultivierten Vanda

Als klassische Methode bezeichne ich mal das freie Aufhängen: Die Pflanze hängt an einem Draht, die Wurzeln bleiben nackt und können sich in der Luft hängend frei ausbreiten. Das sieht beeindruckend aus und ist in tropischen Gebieten oder Gewächshäusern sinnvoll. Ich finde es am schönsten, wenn die Vanda in einem Teakholzkörbchen untergebracht ist. Das sieht natürlich aus und hält auch der Feuchtigkeit lange stand. Wird die Orchidee zu groß für das Körbchen, setzt man es einfach in ein größeres hinein. Im eigenen Zimmer ist die Freihängend-Methode möglich, aber auch recht pflege intensiv: Die Pflanze muss mindestens einmal täglich getaucht und mehrmals am Tag übersprüht werden. Das kostet Zeit und außerdem tropft es. Wer den Aufwand nicht scheut, kann das gerne ausprobieren.


Vanda im Glas

Ich bevorzuge die Kultur im Glas. Wenn Du eine hängend kultivierte Pflanze neu gekauft hast gehst Du wie folgt vor: Zuerst werden die Wurzeln in lauwarmen Wasser eingeweicht bis sie elastisch sind. Danach setzt Du die Vanda ins Glas, wobei die Blätter oben herausschauen. Sind die Wurzeln sehr lang, lassen sie sich vorsichtig eindrehen. Das Glas wirkt wie ein Minigewächshaus und hält die Feuchtigkeit lange in den Wurzeln, lässt aber auch genug frische Luft zirkulieren.

So bleiben die Wurzeln gesund und faulen nicht. Alle drei bis vier Tage füllt man das Glas mit Wasser, dem man ein- bis zweimal im Monat eine schwache Düngerkonzentration beimengt. So kann man die Orchidee zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden stehen lassen. Anschließend wird das Wasser ausgeschüttet – fertig. Mit dieser Methode habe ich schon viele Jahre Freude an meinen Vandas.

Alternative Kulturen

Manche Vanda-Freunde schwören darauf, die Orchidee im Topf zu kultivieren. Als Substrat findet man im Internet Empfehlungen für grobe Rinde, Blähton-Kugeln oder sogar Holzkohle. Ja es gibt sogar welche in Wasserkultur. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt – erst kürzlich habe ich von einer Pflanze erfahren, die in Gelkugeln kultiviert wird. Einige haben auch Erfolg  mit den alternativen Kulturen. Über das Für und Wieder der verschiedenen Methoden streiten sich die Halter. Für welche Kultur Du Dich entscheidest, ist selbstverständlich Dir überlassen.

Meine Empfehlung

Vandas sind relativ teuer. Da mache ich lieber keine Experimente sondern pflege meine Vandas in der bewährten Glaskultur.


Vandas und Zubehör:

 

 

 

von Anders Noren.

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